"Der Große Wagen" Installation im Kunstbad Steiermarkhof/Graz 2016
Foto: Thomas Kunz

biografie

biography in english
1953
Am 28.12. in Kalchberg/Weststeiermark geboren
1968
HTBL in Graz Ortweinplatz
1972
Meisterklasse für Malerei Graz
1974 -1982
Berufliche Tätigkeit als Kunsterzieherin am 1.Bundesgymnasium Carneri in Graz sowie am BG Rein
1982 – 84
Freischaffende Künstlerin in Viron, Athen
1986
Ausstellung in der THEATERGALERIET in Kalmar, Schweden
1988
Ausstellung im TRAKLHAUS/Salzburg Landesförderungspreis
1989
Ausstellung in der MINORITENGALERIE/ Graz
Teilnahme an der Ausstellung „Gott“/Minoritengalerie
Ausstellung in der Galerie MEDIO in Kronstorf, Oberösterreich
1990
Von 1990-2014 als Kunsterzieherin am BG Rein tätig, seit 1990 Mitglied der Gruppe 77
1991
Gruppenausstellung in Szombately, Pecs und Prag
1992
Ausstellung im Bildungshaus Mariatrost/Graz
1993
Ausstellung im Bildungshaus Retzhof/Leibnitz
Ausstellungsbeteiligung in Salzburg
1995
Gruppenausstellung im Museum HOUSE OF ART; NET MEIROW; Israel
Ausstellungsbeteiligung in Kecskemet/Ungarn
1996
„Kunst auf Zeit“, Plakataktion der Gruppe 77, Preis der Kunstkritiker
1999
Ausstellung im Künstlerhaus Graz „Das Bernsteinzimmer“
2003
BLABLA Gruppenprojekt Blaue Blase
2004
9. Internationales Projekt für bildende Kunst zum Thema „Mauern“
Beteiligung Projekt Künstlerhaus III „Das Verschwinden“
2005
Ausstellungsbeteiligung in Zagreb/Gruppe77
Gruppenausstellung Gruppe 77 Kunsthaus Köflach
Fotoarbeit auf Polystyrol zum Thema „Heimat“
2008
Teilnahme am EU-Kulturprojekt „Heimat im interkulturellen Dialog“, Oktober 2008, veranstaltet von next-Verein für bildende Kunst mit den Kooperationspartnern Cittadellarte – Biella, DeBuren – Brüssel, Hangar – Barcelona und St. James Cavalier – Malta.
2009
Projekt Lichtwechsel www.lichtwechsel.at „Reaching Suomi“
Altarraumgestaltung/Taufraum in der Kirche St. Bartholomä/Weststeiermark
2011
Turku Projekt Lichtwechsel
2014
Erinnerung an eine Insel 50 Jahre Puch-Graz-Preko
Ausstellung zum Thema „Wind“ in der Sigm. Freud.Galerie
2013
„one two EXTENDED“ Sammlung Wolf/Gruppe 77
2015
„Realise and Resist“ Collegio Armeno, Palazzo Zenobio, Venedig; Video: „Greek Coffee“
Verein next für zeitgenössische Kunst
Himmelstreppe/Skulptur
2016
„Der Große Wagen“ Installation im Kunstbad Steiermarkhof, Graz
Art project for children „Dream Rights“ Steiermarkhof, Graz

projekte

Art project for children „Dream Rights“ - 2016

Dream Rights ist ein Projekt zum Thema „Kinderrechte – Menschenrechte“. Woher kam der Impuls dazu? Von zwei Jubiläen: Im Februar 2006 feierte die Stadt Graz ihr 15-jähriges Jubiläum als „Menschenrechtsstadt“ und am 20.November 2015 „25 Jahre Kinderrechte – Convention on the Rights of the Child“.

Was war das Ziel? Wir wollten die Kreativität junger Menschen anregen, um so auf das Thema „Kinderrechte – Menschenrechte“ aufmerksam zu machen. Über den künstlerischen Unterricht an den steirischen Schulen konnten wir eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen erreichen und zur Teilnahme am Projekt einladen. „Dream Rights“ erwies sich als geeigneter Projekttitel. Die Umsetzung dieses Vorhabens ermöglichte der Landesschulrat für Steiermark durch eine Ausschreibung im Schuljahr 2014/15. Von den eingereichten Arbeiten wurden zehn beispielhaft ausgewählt. Diese sind auch bei der abschließenden Ausstellung im Jänner 2016 sowie im zeitgleich erscheinenden Katalog zu sehen.

Mehrere Projektpartner konnten gewonnen werden: Neben der UNICEF die Stadt Graz, das Land Steiermark, der Landesschulrat für Steiermark, die „Zotter Schokoladen Manufaktur GmbH“, die Kulturvermittlung Steiermark und der Steiermarkhof als Ausstellungsort. Für Burundi fand sich ein privater Sponsor der Zeichenblöcke.

Womit sollten sich die Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen? „Den Bogen spannen zwischen Burundi und Österreich“ war der Grundgedanke. Auf künstlerischer Ebene sollte Bewusstsein geweckt und gefördert werden. Von einer Welt des Überflusses aus den Blick zu richten auf Orte, wo Kinder auf der Straße leben, die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln nicht gesichert ist und die hygienischen Bedingungen schlecht sind. Bildung ist nicht allen Menschen zugänglich, es gibt kaum medizinische und soziale Betreuung. Was bei diesem Perspektivenwechsel entsteht – Realitäten, Wünsche, Hoffnungen – wurde durch Bildsprache sichtbar gemacht. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen beim Aufeinandertreffen der beiden Kulturkreise ergaben ein spannendes Gefüge menschlicher Begegnung.

MMag.Johannes Wedenig, ein gebürtiger Grazer, der nach vielen internationalen Einsätzen auch das UNICEF- Büro in Burundi leitete, ermöglichte die Abwicklung des Projekts mit Schulen in Burundi. So kam es am 20.November 2014, dem 25. Jahrestag der Unterzeichnung der „Kinderrechtskonvention“, zu einem virtuellen Treffen zwischen SchülerInnen und Schülern des BG Rein und einem Gymnasium in Bujumbura via Internet. Die Arbeiten, die SchülerInnen und Schüler in Burundi geschaffen haben, erzählen von ihrer Welt.

„Kinder zeichnen, was sie denken“
„Sprache kann zur Sprache der Poesie werden,
sie benützt sinnliches Erlebnismaterial, um das
Unsagbare vermittelbar, das Unbeschreibliche
umschreibbar zu machen.“ (Hans Daucher)
Aurelia Meinhart, Mag. Günter Seelig

Catalog Dream Rights in English

Katalog Dream Rights auf Deutsch

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Altarraumgestaltung St. Bartholomä – 2009

"aus dem Boden ragend - richtungsweisend"
ST.BARTHOLOMÄ
47°,04' 08,71" NB
15° 15'25,02" ÖL

2463 km

40° 10'55,39" NB
44° 30'54,73" ÖL

Die Botschaft Christi kommt zu uns und wird gleichzeitig in alle Richtungen getragen. Der Kreis symbolisiert diese Botschaft, die in alle Welt hinausgeht, und orientiert sich in Richtung der Wirkungsstätte des Hl. Bartholomäus im vorderen Orient.

Der Altar besteht wie auch die beiden Pfeiler der Kirche aus dem Kalkgestein der Region - festerem Zementmergel, gelblichem Quarzsandstein und Hippuritenkalken, die zu einem Block verbunden werden.

Die Basis des Altars bildet eine runde Scheibe aus Edelstahl, niveaugleich mit dem Steinboden verlegt. Aus dieser ragt vertikal eine Edelstahlplatte empor, die in das Gestein schneidet. Sie soll Assoziationen zu dem in der Kunstgeschichte am häufigsten dargestellten Attribut des Heiligen Bartholomäus wecken, dem Messer.

Gleichzeitig wird die vertikale Platte mit Hilfe einer geografischen Vermessung exakt Richtung Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, ausgerichtet, da der Heilige auch Armenien missioniert und dort den Märtyrertod erlitten haben soll.

Der Ambo, vom dem aus die Botschaft Christi verbreitet wird, wiederholt das Konzept des Altars. Er besteht aus demselben Material wie der Altar. Er wächst als eine Steinplatte aus dem Boden. In der Auflagefläche befindet sich ein runde Metallscheibe.

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BLABLA Projekt Gruppe77 - 2002

BLABLA ist ein aufblasbarer, zweckfreier KUNSTRAUM; frei schwebend, atmend, variabel, verformbar, leicht und von innen her blau leuchtend. Ihr Erscheinen lässt vielfältigste Assoziationen, Gedankengänge und Projektionen zu. Sie ist auch Zeichen für den lebensnotwendigen Freiraum der Kunst, des Künstlerseins und des Lebens. Jener Freiraum, der immer wieder und immer neu von Künstlern und Künstlerinnen selbst zu postulieren und zu schaffen ist.

BLABLA ist im Künstlerhaus Graz im August 2002 zum ersten Mal sichtbar geworden.

BLABLA ist ein transportierbarer FREIRAUM, ein nicht fix feststehender, sondern überallhin bringbarer, flexibler Kunstraum. Sie wird im Jahr 2003 an unterschiedlichen, gezielt ausgesuchten Orten in der Steiermark jeweils so platziert, dass dadurch Ort und Kunstraum in eine neue und andere Beziehung und Bedeutung gebracht werden. In den folgenden Jahren ist geplant, regionale Orte und Grenzen zu verlassen und internationale Räume zu erschließen. (Projekt der Gruppe 77 – Projektbeteiligung).

Zur Webseite der Gruppe77

Mehr Informationen - Folder BLABLA

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Ein Stück Wiese. Ein Projekt. BG Rein - 1996

Landschaft vor dem Stift wird ein Stück Grenzerfahrung. Österreich – berechnet und vermessen, definiert durch seine Grenze. So können junge Menschen ihr Land begehen und verstehen.

Ein Zaun trennt innen und außen, In-land und Aus-land. Vier Dutzend Schafe fressen das umzäunte Gras, verändern dabei Farbe und Fläche des Landes. Sie machen kahl, weiden ab, was das Land zu bieten hat. “Österreich” nimmt erst dadurch Gestalt an; die abgeweideten Grasflächen werden abschattiert. So unterscheidet sich “Österreich” von seinen Nachbarn, tritt deutlich, eigenständig hervor.

558 SchülerInnen stehen an “Österreichs” Außengrenzen, bilden eine lebendige Grenze, sichtbaren Grenz-schutz. Sie erfahren ” innen” und ” außen”. Die SchülerInnen zeigen die Farben der Bundesländer durch Kleidung oder Accessoires, z.B. grün-weiße Hüte für die Steiermark.

Eine zweite Perspektive eröffnet sich:

Ein Hubschrauber schafft die nötige Distanz, damit “Österreich” überschaubar wird. Erst von oben zeigt das Land die gewohnten Umrisse, kann fotografiert und gefilmt werden. So wird das Projekt zum Dokument: Österreich als gestaltete Landschaft.

Landschaft in der Landschaft.

Text: Mag. Barbara Meier-Nedwed

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ausstellungen

Der Große Wagen - 2016

Installation im Kunstbad Steiermarkhof/Graz.

Wer kennt schon Sternbilder - außer den Großen Wagen. Er verankert den Blick am Sternenhimmel. Der Große Wagen als Wohnwagen am Himmel. Die Sterne sind Sehnsuchtspunkte des Lebens. Im Großen Wagen sind wir in der Fülle des Kosmos angekommen. Wagen wir unsere Sehnsüchte zu leben, leben wir aus der Fülle, die uns in die Verantwortung nehmen würde? Das ist die Reise des Großen Wagens, die große Sehnsuchtsreise in die Fülle.

Eigentlich ist der Wagen ja der Schwanz des Bären, der den nördlichen Himmel beherrscht. Arktos, der Bär auf Griechisch, der Namensgeber der Arktis. Der, der es weiß, kann an jedem sternklaren Tag auf der nördlichen Halbkugel seinen Bären begrüßen und den großen Wagen - vielleicht - sogar ein wenig wedeln sehen.

Spiritualität ist die Anerkennung des Zauberhaften im Leben. Im Leben geht es um das Berührt sein. Nichts ist spiritueller als ein staunender Blick auf den Sternenhimmel, eine Frage, die klingen darf. Der Klang ist dann die Antwort.

© Michael Lehofer

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Realise & Resist - Video "Griechischer Kaffee – Ελληνικός καφές" - 2015

Zwei ältere Herren spielen in einem typisch griechischen Kaffeehaus Backgammon, scheinbar schon seit Ewigkeiten. Nichts ist anders, alles ist unverändert. Die Spielregeln sind immer dieselben – man spielt täglich stundenlang im „Kaffetaki », trinkt den einen oder anderen griechischen Kaffee oder einen Ouzo und artikuliert philosophische Gedanken über Gott und die Welt. In dieser Welt gibt es sie nicht, die Krise: Sie schwappt wie eine Welle an den Felsen des griechischen Kaffeehauses, der Schutz vor Wind und Wetter bietet.

Die Einfachheit traditioneller Abläufe als unüberwindbares Bollwerk gegen globale Krisen?

Text: Michael Lehofer

Seit 1995 entwickelt der Verein „Next – Verein für zeitgenössische Kunst“ ein Konzept zur Implementierung internationaler Künstler in „Artists in Residence“ Programmen. Im Rahmen interdisziplinärer Kooperation werden verschiedene Künstler eingeladen, über spezielle Themen in vorübergehenden Ateliers zusammen zu arbeiten. Dabei werden kritische Zugänge zu gegenwärtigen sozialpolitischen Gegebenheiten und Prozessen, aber auch bedeutsame Fragen zum geschichtlichen und kulturellen Erbe auf philosophische und künstlerische Weise erörtert.

„next – Verein für zeitgenössische Kunst“ präsentiert drei kurze Video - Arbeiten verschiedener Künstler und gleichzeitig drei sehr unterschiedliche Perspektiven des Krisenphänomens. Während Silvia Maria Grossmann in GOOD MORNING! die Verschmutzung der Ozeane behandelt, bezieht sich Julian Palacz in MAOI YUANS auf Erscheinungsformen des Kapitalismus und der Überwachung in China.

In ihrer Video - Arbeit GREEK COFFEE – Ελληνικός καφές, reflektiert Aurelia Meinhart über die Notwendigkeit von „Sphären der Vertraulichkeit“, Gewohnheiten und Rituale in Zeiten der Krise.

Video Installationen:

„Good Morning!“ von Silvia Maria Grossmann Dia - Show 3`, 2015
„Greek Coffee – Ελληνικός καφές"" von Aurelia Meinhart, Video, 3`, 2015
„Mao Yuans“ von Julian Palacz, Video, 3`, 2013

Idee und Konzept: Video Aurelia Meinhart
Griechischer Teil: Kameraführung : John Charitidis
Backgammonspieler: Manolis Mavromatakis,Kostas Kalimeris
Platz: Café Kafeneio ton Filon, Agias Sofias St., Vyronas, Athen, GrIechenland
Filmschnitt: Elmar Ranegger

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Marienkron - 2015

Ausstellung im Kurhaus Marienkron zum Thema Südwind

Arbeiten:
Genaue Ortung
Im Wind Eingeschlossen
Südwind Umkreisend
Los Lassen

(Mischtechnik auf Papier)

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Book77 Gruppe77 "Ein Lieblingsbuch von Gerhard Lojen" - 2015

Wer kennt nicht jene Bücher, die einem unter all den anderen Büchern besonders „ans Herz gewachsen“ sind, die aufgrund welcher Umstände auch immer, eine besondere Bedeutung bekommen, die mit Erinnerungen und Emotionen verbunden sind, kurz gesagt, jene Bücher, die man ein Leben lang „bei sich“ hat, die man Jahre lang vielleicht „aus dem Blick“ verliert, um einem dann doch wieder in die Hände zu fallen … Zumindest für Menschen der so genannten „Buchkultur“ gab und gibt es zumeist ein derartiges Buch – ein „Lieblingsbuch“. Das Lieblingsbuch Gerhard Lojens – ein japanisches Märchenbuch – nimmt Aurelia Meinhart zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Annäherung an die Thematik des Buches, wobei für sie auch der Bezug bzw. die Beziehung zur Person Gerhard Lojen im Mittelpunkt steht.

In diesem Sinne blättert sie das Buch in Form einer Videoshow durch, Seite für Seite werden die Inhalte vor einem braunen Bildschirmhintergrund gezeigt, lösen sich sukzessive aus ihrer anfänglichen Unschärfe – begleitet von einem roten Linienzug, der schließlich ein einfaches, stilisiertes Haus bildet – damit ruft Aurelia Meinhart in Erinnerung, dass Gerhard Lojen ja sowohl als Maler (symbolisiert durch die rote Farbe) wie auch als Architekt tätig war. Für Aurelia Meinhart bedeuten „Haus“ und „Buch“ aber auch eine Beziehung zum Begriff „Heimat“ – und tatsächlich: Können nicht auch Bücher so etwas wie die „Heimat“ eines Menschen sein?

In Form des schwarz lackierten Podestes sowie der bereits erwähnten roten Linie verweist Aurelia Meinhart auf die starke symbolische Bedeutung dieser Farben in der japanischen Kultur: Rot bezeichnet das Element des Feuers und das Element des Wassers wird durch das Schwarz symbolisiert. (Projekt der „Gruppe77“ – Ausstellungsbeteiligung)

Text: Erwin Fiala

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Ausstellung in der Sigm. Feud Galerie - 2014

Thema der Ausstellung: „Wind“
Malerei, Fotografie, Grafik
Die sensiblen Bilder weisen eine luftige, durchlässige Farb- und Formensprache auf, sodass die Künstlerin sowohl formal wie auch inhaltlich dem Thema näher kam.

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Lichtwechsel – Graz – Preko, Erinnerungen an eine Insel - 2014

Ein Projekt von Aurelia Meinhart, Robert Bacalja, Erwin Fiala, Luise Kloos, Kristina Lenard, Erika Lojen, Ingeborg Pock, Josip Zanki.

Als sich der Arbeiterbetriebsrat der Firma Puch in Graz im Jahr 1963 dazu entschloss, die Urlaubsfahrten für die Belegschaft nach Preko anzubieten, dachte man wahrscheinlich nicht daran, dass dieses Angebot eine touristische Erfolgsgeschichte im ehemaligen Jugoslawien schreiben würde. Nicht zuletzt durch die Puch-Graz Urlauber konnte sich Preko zur viertwichtigsten Urlaubsdestination in Ex-Jugoslawien entwickeln.

Die Firmenphilosophie von Puch-Graz schätzte die MitarbeiterInnen als „kostbarstes Kapital“. Abgesehen von einer qualitativ hochwertigen Ausbildung, ein im Vergleich zu anderen Betrieben dieser Zeit höheres Lohnniveau sowie zahlreiche Sozialleistungen begründeten den besonderen Ruf der „Puchfamilie“. (Wolfgang Wehap, „Das Puchwerk in Thondorf“, Verlag für Sammler 1992, Graz). Der Begriff „Puchfamilie“ galt insbesondere für die Zweiradproduktion (Interview Werner Wenk, ehem. Betriebsratsobmann). „Ende der 70er Jahre begann für das Puchwerk und seine Belegschaft ein tiefgreifender Wandel, der sich zunächst in der Verlagerung der unternehmenspolitischen Schwerpunktinteressen vom Zweirad zum Vierrad manifestierte.“ Die Schließung des Zweirad-Werkes im Jahre 1987 nach über 90 Jahren Produktion stellte „zweifellos die tiefgreifendste Zäsur in der Geschichte des Puchwerks dar.“ (Wolfgang Wehap, „Das Puchwerk in Thondorf“, Verlag für Sammler 1992, Graz).

Vor diesem Hintergrund der wechselvollen Firmengeschichte und der gesellschaftlichen Veränderungen fanden die Urlaubsfahrten statt. Die Puch-Leute kamen mit ihren Familien nach Preko. Sie suchten Erholung, fanden Ruhe, sauberes Meer und herzliche Menschen. Seit 50 Jahren gibt es diese Urlaubsfahrten. In der Blütezeit reisten im Sommer rund 2000 Menschen nach Preko, heute gibt es nur noch zwei Busse. Sicherlich war der Jugoslawien- Krieg abschreckend und nach dem Krieg waren die Busreisen nicht mehr so zahlreich.

Lebendigste Kindheitserinnerungen an die Puch-Urlauber hat der Initiator des Projektes Robert Bacalja, Vizerektor der Universität Zadar, Autor und Mitglied von NUROPE (Nomadic University for Art, Philosophy and Enterprise in Europe), der in Preko aufgewachsen ist. So erzählte er die Puch-Graz – Preko Geschichte im Kulturhauptstadtjahr 2011 im finnischen Turku den Künstlerinnen Luise Kloos, Erika Lojen, Aurelia Meinhart und Ingeborg Pock, die die Ausstellung „Lichtwechsel – ein Reisekunstprojekt von Graz über Vilnius, Riga, Tallinn, Helsinki nach Turku“ (www.lichtwechsel.at) in der Wirtschaftsuniversität an der Abo Akademi präsentierten. Er sprach dazu auch gleich seine konkrete Einladung aus und meinte, dass die Künstlerinnen aus Graz das ideale Team für die einmalige Tourismusgeschichte in Preko seien.

Bald starteten die Recherchearbeiten, es begann die Suche nach Zeitzeugen und nach Archivmaterial. Einer der wesentlichsten Zeitzeugen für dieses Projekt ist Werner Wenk, ehemaliger Betriebsratsobmann und Mitglied des Aufsichtsrates von Graz-Puch, der in seiner Funktion die Urlaubsfahrten von 1992 bis zu seiner Pensionierung 2009 organisierte und seit seiner frühen Jugend bis heute ein begeisterter „Prekorianer“ ist.

Im Juni und Juli 2012 begannen die teilnehmenden KünstlerInnen mit ihren intensiven Erkundungen und Planungen vor Ort. Dabei war die Zusammenarbeit mit kroatischen KollegInnen eine wesentliche Voraussetzung. Sie konnte in kongenialer Weise gefunden werden. Einer der bedeutendsten zeitgenössischen kroatischen Künstler Josip Zanki, der aus Privlaka stammt, schrieb „Insel als Schicksal“, ein Essay über das Inselleben, die junge Fotografin aus Zagreb Kristina Lenard schuf die dokumentarischen Fotos und Martina Mezak, international bekannte Mulitmediakünstlerin und Designerin aus Zagreb, gestaltete das Buch und alle graphischen Anforderungen für dieses Projekt. Robert Bacalja schrieb für das vorliegende Buch seine Kindheitserinnerungen an die Puch-Urlauber in „Kuinta“ nieder.

Aber da waren auch die zahlreichen Gespräche mit den Menschen in Preko selbst, allen voran mit dem Tourismusdirektor Ante Brižić, der uns seine Zeit für detaillierte Schilderungen der Ortschronik und der aktuellen Situation in Preko widmete und uns außergewöhnlich hilfreich bei der Koordination zur Seite stand. Auch die Erzählungen des ehemaligen Tourismusdirektors Petar Sorić waren äußerst wertvoll für die Entstehung des Buches.

Die Grazer Zeitzeugen stellten uns ihre Urlaubserinnerungen in Interviews zur Verfügung, dabei fanden sich auch zahlreiche Fotos aus privaten Archiven.

Bei einer ersten Präsentation des Projektes in Preko im Juli 2012 nahmen die vier Grazer Künstlerinnen das mobile Kunstwerk der Gruppe 77 „BLABLA“ mit, eine riesige aufblasbare blaue Blase, die auch schon in Turku gewesen ist. Sie wurde auf der kleinen Insel Galevac aufgestellt und war somit gut vom Ort Preko aus zu sehen. Sie wurde von vielen Menschen spontan in Augenschein genommen. Man kam mit dem kleinen Bootstaxi und rätselte, worum es sich bei dem Kunstobjekt handeln könnte. Die Meinungen divergierten von Hupfburg bis zum begehbaren Zelt.
Die Insel Galevac, genauer das Franziskanerkloster, bot uns Unterkunft während unserer Planungsphase in Preko. Wir wurden von Fra Bozo und Fra Ivan freundlich aufgenommen und konnten in intensiven Gesprächen die wechselvolle Geschichte des Klosters und damit auch Kroatiens erfahren.

Das Buch reflektiert die Geschichte von Puch-Graz – Preko. Der Einführungstext des Philosophen Erwin Fiala, die Prosa von Robert Bacalja, der Essay von Josip Zanki und die Interviews verschaffen einen Einblick in die einmalige Tourismusgeschichte von Preko. Die Kunstinstallationen, die die Geschichte von Graz-Puch – Preko zum Ausgangspunkt nehmen, sind ebenso dokumentiert wie auch die künstlerisch umgesetzten Impressionen des Ortes.

Die Puch-Urlauber suchten Erholung von den Strapazen der Arbeit, Erholung von den Unsicherheiten, die sie im Laufe des Berufslebens in Kauf nehmen mussten und waren während ihrer Ferienzeit nicht an politischen Fragen interessiert. Sie fanden einen Ort der Ruhe und Regeneration in Preko.

Die vier Künstlerinnen aus Graz erfuhren selbst, was den Reiz des Ortes Preko für die Puch-Urlauber ausmachte. Es ist nicht eine hippe, coole, schicke Eventatmosphäre, die in Preko zu finden ist, sondern eine faszinierende Kultur, Ruhe, unberührte Natur, exzellente Küche, klares Wasser und herzliche Menschen.

www.lichtwechsel-preko.at

GLAGOLIZA - Installation und Video bei Aurelia Meinhart

Auf der Preko vorgelagerten kleinen Insel Galevac allerdings befindet sich das ab 1446 errichtete Franziskaner-Kloster, in dem heute noch Sonntags-Messen im Freien stattfinden. In seiner wechselvollen Geschichte diente es im 18. Jahrhundert als sog. „Quarantäne“, von 1901 bis zum Ende des 2. Weltkrieges beherbergte es eine Schule mit Öffentlichkeitsrecht, in der Zeit der jugoslawischen Föderation fungierte es als Ferien- und Waisenlager. Nach der Rückgabe an die Franziskaner wurde mit Restaurierungsarbeiten begonnen. Das Kloster bewahrt Schriften in glagolitischer Schrift, die im Gegensatz zum Kyrillischen Alphabet mit großer Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich eine Entwicklung Kyrills war. Während die Glagolica im Laufe der Geschichte weitgehend durch die Kyrillische Schrift oder auch durch das lateinische Alphabet verdrängt wurde, war sie im kroatischen Raum – und hier vor allem im nordwestlichen Dalmatien bzw. in Istrien bis weit in das 19. Jahrhundert hinein (vor allem im liturgischen Bereich) gebräuchlich – als solche stellt sie einen Teil des kroatischen Kulturerbes der letzten Jahrhunderte dar.

Aurelia Meinhart bringt dieses mittlerweile weitgehend „vergessene“ Kulturgut in Form einer Installation von „Segelwimpeln“ mit glagolitischen Schriftzeichen im wahrsten Sinne des Wortes wieder an das Tageslicht. Die an den Bäumen der Klosterinsel „gehissten“ Segelfahnen tragen jeweils einen glagolitischen Buchstaben, die – wenn auch nur imaginär – sich zu Worten und schließlich zu einem Satz der Genesis verbinden und noch einmal mit den Winden „in alle Richtungen wehen“. Für den schriftunkundigen Rezipienten allerdings lösen sich die Zeichen aus ihrer Bedeutungsfunktion und werden zu ästhetischen Figurationen, die die kalligraphische Qualität dieser Buchstabenelemente wahrnehmbar werden lassen – eine Qualität, die paradoxer Weise durch die Kenntnis und den alltäglichen Gebrauch von Schriftzeichen meist verloren geht.

Erwin Fiala. Mag.phil. Dr.phil.

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one two EXTENDED Gruppe77 "Der Wolf und sein Pferd" - 2013

Sammlung WOLF.
Ein Film von Aurelia Meinhart.

Ausgangspunkt für meine Arbeit war, die Beziehung zwischen Mensch und Pferd darzustellen.

Zitiere Hr. Wolf: „Der gute Reiter spricht eine feine Sprache, gegenseitiges Vertrauen ist absolut notwendig, der Partner gibt das Letzte für dich, Pferde sind gute Therapeuten.“

Weiters: 20 Stück video stills à 25x14 cm

ONE TWO EXTENDED – AUSSTELLUNG SAMMLUNG WOLF

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Lichtwechsel Projekt Turku - 2011

Ein Projekt der Gruppe77: Aurelia Meinhart, Luise Kloos, Erika Lojen, Ingeborg Pock.

Reflexion einer Reise

Aurelia Meinhart

Wer auf eine Reise geht, nimmt im Gepäck Vorrat mit. Man kennt ja die Fremde nicht und weiß nicht, wie sie sich anfühlt. Mein Vorrat war die Kunst im Gepäck, die „Blaue Blase“, etwas Leichtes, Dichtes, Lockeres, Warmes, Kritisches. Unsere Reise führte uns in den Norden, nach Finnland - Turku.

Der Weg war lang; die Vorbereitungen dauerten zwei Jahre; an deren Beginn stand eine Reise durch die baltischen Länder nach Turku, die für mich zur Spurensuche wurde - mein Vater ist im Krieg in Norwegen und Finnland gewesen - und zum Versuch einer Reflexion geriet.

Geprägt war dieser Weg von Unsicherheit und Ängsten, von spannenden Begegnungen und Erfahrungen, von Neugierde und großen Erwartungen.

Wegen der Ausstellung führte der Weg ein zweites Mal nach Turku. Angekommen in einem großen Haus, dem Universitätsgebäude, durften wir unsere Präsentation über 4 Stockwerke ausdehnen. Ein Ankommen – gewiss, aber kommt Kunst je an?

Auch am Ziel ging die Reise weiter - Anstrengungen des Aufbaus, gleichzeitig interessante Gespräche mit den StudentInnen, den KünstlerkollegInnen und den BesucherInnen sowie die Eindrücke der umgebenden Kälte schickten uns wieder auf die Reise – eine Reise im Kopf. Kunst kommt an, wenn etwas zu schwingen beginnt und selbst auf die Reise geht – aus Gesprächen, den eigenen Gefühlen, den wahrgenommenen Reaktionen. Menschen ließen sich auf das Geschehen ein und nahmen an unserem Weg Anteil.

Die Installation der Blauen Blase, die vor dem Hintergrund des nördlichen Himmels größer und größer wurde und zu schwingen begann, war für mich eine besonderes Erfahrung - ich erlebte, wie das Konzept vom aufblasbaren Kunstraumes zum Leben erwachte.

Zurück in Graz – wieder ein Ankommen, ein Ziel ist erreicht, der Kreis schließt sich, aber die Reise im Kopf geht weiter.


Lichtwechsel - Reaching Suomi 2009
Reisekunstprojekt der Gruppe77 – Beteiligung: Aurelia Meinhart, Luise Kloos, Erika Lojen, Ingeborg Pock

Projektbeschreibung : Der Weg, das Gewohnte hinter sich lassen.

Ausgangspunkt für meine Überlegungen waren die Fotoarbeiten meines Vaters, die er im Krieg gemacht hatte. Sein Weg führte ihn in den Norden. Er war im 2. Weltkrieg als Gebirgsjäger in der 3. Gebirgs-Division in Norwegen, Finnland und im Raum Leningrad eingesetzt, wobei er mit seiner Kleinbildkamera Eindrücke festhielt. Schon als kleines Mädchen haben mich diese Fotos ungemein fasziniert. Für mich stellte sich immer die Frage, was seine Motivation war, mitten im Kriegsgeschehen zu fotografieren. Als junger Soldat wollte er vermutlich diese Stimmungen des Nordens, das Licht, seinen Lieben zu Hause zeigen.

Ein Foto aus dieser Sammlung habe ich ausgewählt; es zeigt eine Landschaft in Mittelfinnland mit drei Flugzeugen. Eine Junker 52, eine Stucker und vermutlich Heinkel He 70, auch Blitz genannt. Die Aufnahme dürfte Anfang April 1942 entstanden sein.
Das Foto habe ich als Grundlage für meine Siebdruckarbeit verwendet. „LIEBE MUTTER“ war Teil eines Briefes meines Vaters an seine Mutter, welchen ich hineinmontiert habe.
Das Foto wurde in einer Auflage von 1000 Stück auf einem dünnen Seidentuch 28×28cm gedruckt.
600 Stück dieser Seidentücher werde ich auf meine Reise durch die baltischen Länder bis nach Finnland mitnehmen, um sie unterwegs zu verteilten oder sie in Form einer Installation zu präsentieren. Die Reaktionen werde ich fotodokumentarisch festhalten.

Lichtwechsel Webseite
Projekt Lichtwechsel der Gruppe77

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77 Null Sieben - 2008

Meine Gedanken zum Thema Heimat:
„The memories of home are fixed snapshots of my life what is very important. Everybody carries there one snapshots with them which are a base fore life. It is like a curtain.“

Meine eigene Auslands Erfahrung in Griechenland im Jahre 1982- 84. In einem Land das noch wirklich Ausland war; keine Aufenthaltsgenehmigung länger als ein Monat; keine griechisch Kenntnisse; hab Glück gehabt mit meinen Hausleuten, war noch wirkliche griechische Gastfreundschaft, eingebettet in das Leben dort, ein Teil der Familie, zärtlich aufgenommen, umhätschelt, geliebt. Eine Erfahrung die mein Leben verändert hat.
Aber nur nicht mit dem offiziellen Griechenland in Kontakt kommen. „Eine Wand“: mit den Behörden, die nur darauf aus waren, die Aufenthaltsgenehmigung nicht zu verlängern. Eine Fremde, was will die in diesem Land? Will sie nur Kunst machen? Mit der Zeit hat sich die Wand zu einem Vorhang verwandelt und weht und weht...Gott sei Dank...

Projekt der „Gruppe77“ – Ausstellungsbeteiligung

Zur Webseite der Gruppe77

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Die Wand - 2003

9. International Artists in Residence-Projekt
next – Verein für zeitgenoessische Kunst, Graz | Austria

Die Wand

Aurelia Meinhart nimmt Marlene Haushofers Roman “Die Wand” als Ausgangspunkt für ihre Arbeit. Beim ersten Besuch eines ehemaligen Ziegelwerkes, entstand in der Künstlerin zwischen den kahlen Fabriksmauern ein beklemmendes Gefühl, das sie mit dem klaustrophobischen Alptraum von Marlene Haushofers Romanheldin in Verbindung brachte. Haushofers “Wand” ist eine nicht fassbare, aber dennoch unüberwindbare Grenze, sie verkörpert die unsichtbaren Mauern eines mentalen Gefängnisses, in dem die Protagonistin ihr Dasein fristet. Dieser Eindruck des geistigen Eingeengt-Seins ist der Ausgangspunkt Aurelia Meinharts Arbeit. Sie will diese “Wand”, dieses Eingeperrt-Sein sprengen, aus der Enge ausbrechen.

Aurelia Meinharts Arbeit erstreckt sich aus der Ziegelfabrik hinaus ins Freie, womit die Künstlerin einen Weg durch verschiedene Bewusstseinsebenen darstellt. Anfangs betritt man durch eine Lichtwand eine sterile Welt, zubetoniert, mit Kunstrasen ausgelegt und durch eine transparente Plastikwand begrenzt. Die Wand reflektiert das blaue Licht und alles, was sich in diesem Raum befindet. Man sieht durch diese Wand, aber alles, was außerhalb ist, wirkt erstarrt und verzerrt. Dennoch ist es ein Ausblick in eine offene freie Welt. Für Aurelia Meinhart war es von Anfang an wichtig, dass sich ihre Arbeit in der freien Natur fortsetzt. Sie wollte damit die Überwindbarkeit von starren Systemen darstellen.

Der Raum, den die Künstlerin für ihre Arbeit auswählte, ist ein Notausgang, der sich im mittleren Teil der Ziegelfabrik befindet. Drei Seiten des Raumes bilden dicke Mauern, mit der vierten Seite öffnet er sich in die Natur. Dieser Raum, schon von Gras und Moos überwuchert, musst gereinigt werden, um die für das Arbeitsthema nötige Stimmung zu erzeugen. Ein großer transparenter Plastikvorhang bildet nun die vierte Wand und schließt so den Raum ab. Der künstliche Rasen und blaues Neonlicht lassen mitten in einer verlassenen Ziegelfabrik eine neue Welt entstehen. Doch erst hinter der transparenten Plastikwand öffnet sich das eigentliche Paradies für Aurelia Meinhart. Die Natur als Freiraum, als Raum ohne Grenzen. Denn die Natur ist für die Künstlerin der Zufluchtsort einer von Alltagspflichten überladenen Welt.

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Das Bernsteinzimmer - 1999

Austellung im Künstlerhaus Graz: Aurelia Meinhart, Erika Lojen und Ingeborg Pock.

Metallgitter (214 x 276,5), gegossene Kunstharzplatten (36 x 46,8)

Mit dem „Bernsteinzimmer“ revoziert Aurelia Meinhart Mythos und Kult sowohl des Bernsteins als fossiles Material (brennbarer „Stein“, heilende Wirkung, Bestandteil des Weihrauchs …) wie auch des berühmten Bernsteinzimmers als verschollenes Kunstwerk, das der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1716 an den russischen Zaren Peter I. im Tausch für 55 russische Gardesoldaten verschenkte.

Schon damit wurde die geheimnisvolle „Aura“ des Bernstein-Kunstwerks schnöde zum politischen Tauschobjekt „verfremdet“ und instrumentalisiert, später – 1941 – wurde es von Hitlers Okkupationstruppen wieder aus Russland geraubt und nach Königsberg gebracht, wo es 1945 vor den anstürmenden Truppen der Roten Armee als Kriegsbeute in Sicherheit gebracht werden sollte. Allerdings verlieren sich nunmehr die Spuren – das Bernsteinzimmer wird nun endgültig zum Geheimnis: War es bei einem der Angriffe auf Königsberg verbrannt, beim fluchtartigen Schiffstransport in der Ostsee untergegangen oder ist es bis heute in einem geheimen Versteck?

Jedenfalls ist es nunmehr in das auratische Attribut eines Arkanum gehüllt, dem Wissen und der Sichtbarkeit entzogen – die wechselvolle „Wanderschaft“ endet (vorläufig) in der symbolischen Installation A. Meinharts. Die Raumkonstruktion mit drei undurchsichtigen Seitenwänden, an deren Stirnseite die diaphane, aber nicht völlig transparente Ordnung der schimmernden Kunstharzplatten mit einer Metallkonstruktion befestigt ist, lässt das Bernsteinzimmer in verkleinerten Maßen (scheinbar) neu entstehen. Das durch die bernsteinfarbene Harzplatten (von gelb über orange bis rotbraun) schimmernde Licht erscheint als Versprechen, dass sich dahinter das Geheimnis des Bernsteinzimmers preisgeben könnte. Aber der Blick und das Sehen scheitern an der lichtbrechenden Schichtung des gehärteten Harzes - das Geheimnis gibt sich so nicht preis, die durchschimmernde „Offenbarung“ des Mythos erfährt gerade in diesem opaken Scheinen eine Grenze.

Wer hinter das Geheimnis des Bernsteinzimmers – der Installation wie auch (vielleicht) des originären – kommen möchte, verfällt dem „Zwang“ schmaler Sehschlitze zwischen den Harzplatten und den Metallstreben. Diese – entstanden durch den Schwund des Aushärtungsprozesses – ermöglichen den (voyeuristischen) neugierigen Blick in das Innere des Raumes, aus dem das Licht von einem Kristallluster schimmert. Aber das Werk verweigert die Lösung des Rätsels und lässt das Geheimnis des Bernsteinzimmers gerade in dieser Verweigerung einer Antwort weiter bestehen. Das Arkanum besteht nur, solange es als Schein dieses Arkanums durch die Harzplatten hindurch „schimmert“ – nicht in dessen Preisgabe: So bleibt auch in der künstlerisch-symbolischen Evokation des Bernsteinzimmers seine magische Mystizität bewahrt.

© Erwin Fiala
Lehrbeauftragter am Inst. f. Philosophie, Univ. Graz (Kultur- und Medienphilosophie)
Autor u. Lektor, Kunst-, Kultur- u. Wissenschaftsprojekte.
Tel.: 03176/8102
erwin.fiala@uni-graz.at

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Kunst auf Zeit, Preis der Kunstkritiker - 1996


Plakataktion der Gruppe 77

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skulpturen

Himmelstreppe - 2016

Installation am privaten Grundstück der Familie Scherz im Mahrensdorf, Steiermark.

Die sogenannte Himmelstreppe ist eine Arbeit der Künstlerin Aurelia Meinhart. Dabei wurde aus einer Stahlplatte (3 mal 1,5 m) eine Linie herausgelasert. Die Linie wurde mit einer blauen Farbe pulverbeschichtet. Die Linie, die eigentlich eine mäandernde Stange darstellt, erinnert, wenn sie aufrecht wie ein Blumenstrauss adaptiert ist, an die Abbildung einer Treppe, die im Nichts endet.

Nachfolgend stehen Worte von Michael Lehofer, die sich sich anstatt einer Erklärung verstehen.


Schritt für Schritt nähern wir uns den Illusionen.

Illusionen sollen uns trösten, sind jedoch das Trostlose in uns. Trösten heißt, sich mit dem was ist zu versöhnen.

Es ist interessant sich selbst dabei zu betrachten, wie wir uns versteigen.

Jeder Schritt ist die Verheißung des Vollkommenen. Wir werden nicht von der Erfüllung süchtig, sondern nur von der Verheißung.

Jeder Schritt lässt uns dem Himmel näher kommen. Genau damit legitimieren wir unsere Verstiegenheiten.

Der Stahl der Illusion und der Verheißung trägt uns lange, bis auch er abbricht.

Die wahre Himmelstreppe wäre jedoch das einfache Leben. Sich damit zu befreunden ist erlösend.

Text Michael Lehofer, Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut, Dichter, Führungskräftecoach.

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